Science

«Praxis steht unter Handlungszwang – Wissenschaft steht unter Begründungszwang»

Was darf Sie erwarten bzw. worin liegen meine Kompetenzbereiche?

In Forschung und Lehre liegen meine Arbeitsfelder in den Bereichen betriebliche Weiterbildungsforschung, (pädagogischer) Beratungsforschung sowie der Professionalisierung personenzentrierter Bildungs- und Dienstleistungsberufe.

Neben empirischen Herangehensweisen arbeite ich auch im Rahmen theoretisch-kategorialer Analysen und Rekonstruktionen. Methodologisch arbeite ich überwiegend mit Verfahren der qualitativen Sozialforschung.

Institutionell bin ich als Professor für Methodik und Didaktik an der Berufsakademie für Gesundheits- und Sozialwesen (DH für Gesundheits- und Sozialwesen Saar i.G.) und als Akademischer Oberrat an der Universität Koblenz-Landau, Institut für Erziehungswissenschaft, Abt. Betriebspädagogik und Personalentwicklung eingebunden.

Auf was lassen Sie sich dabei ein bzw. was müssen Sie investieren?

Ihr Investment lautet «wage es vernünftig zu sein». Wo Fakten fehlen, blühen Gerüchte, Mythen und Legenden. Insofern sollten Sie es sich gestatten soziale Phänomene wie betriebliche Weiterbildung und Personalentwicklung oder Beratungs- und Coachingformen aus ungewohnten Perspektiven zu betrachten und zu rekonstruieren. Theorie und empirische Rekonstruktion steht unter Begründungszwang und ein voreiliger Transfer in praktische Anwendungsbezüge sollten sie sich zunächst verbieten. Ebenso dürfen Sie sich darin ausprobieren, inwiefern Sie sich von liebgewonnenen Glaubenssätzen wie bspw. «Beratung ist zur Hilfe da» oder «Personalentwicklung dient dem Qualifikationserwerb» zu verabschieden und mit dem kühlen Gleichmut des Sozialwissenschaftlers auf die Dinge und (empirischen) Realitäten zu blicken. Getragen wird meine wissenschaftliche Arbeit von einem Satz von Wittgenstein: «Das es mir so scheint, heißt nicht, dass es so ist».

Martin Schwarz vor Universität Landau
Mappe Martin Schwarz mit Buch und Steinen

Wie sieht ein typisches Arbeitssetting aus?

Im Rahmen der akademischen Lehre wird in Prework, Präsenz und Postwork Einheiten gearbeitet. Durch Lernvideos wird ein Blended Learning geschaffen, das der Verfestigung und Wiederholung von Grundlagen dient. Einzelne Seminare folgen dem Prinzip des Flipped Classroom und nutzen Präsenz-Einheiten zur gezielten Reflexion

Wie kann man sich ein Beispiel vorstellen?

Planspiel «Betriebliche Aus-/Weiterbildung». Das Planspiel wurde u.a. im Rahmen innovativer Hochschullehre prämiert und für den Lehrpreis des Landes Rheinland-Pfalz im Jahr 2016 nominiert.